| Veranstaltung: | LDK Hameln-2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8.1. Länderrat |
| Antragsteller*in: | Leonore Köhler (KV Braunschweig) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 30.10.2026, 12:22 |
LR7: Leonore Köhler
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen,
vor ein paar Tagen hat mir meine Tochter gesagt, dass sie mich vermisst. Drei Abende in Folge konnte ich sie nicht ins Bett bringen.
Mein Tag geht nicht von 9 to 5, sondern von 5 to 9. Früh morgens stehe ich auf, damit Kita und Alltag funktionieren. Dann arbeite ich Vollzeit als Maschinenbauingenieurin. Im Anschluss beginnt dann meine zweite Schicht: Ich führe unsere Ratsgruppe in Braunschweig als Vorsitzende und politische Termine enden oft erst um 21 Uhr. Das ist ein Kraftakt und manchmal frage ich mich, ob ich die Zeit nicht lieber nur mit meiner Tochter verbringen sollte.
Und jetzt könnte man zu Recht fragen: Warum auch noch der Länderrat? Ganz einfach: Weil ich nicht nur vor Ort mit den Folgen politischer Entscheidungen umgehen, sondern dort mitgestalten will, wo Weichen gestellt werden. Ich mache Kommunalpolitik, weil ich möchte, dass Kinder in gut ausgestatteten Schulen lernen, sichere Schulwege haben und in einem schulnahen Schwimmbad schwimmen lernen können. Aber ob wir Schulen sanieren und Schwimmbäder erhalten können, hängt maßgeblich davon ab, welche finanziellen Spielräume uns Bund und Land lassen. Deshalb möchte ich die kommunale Perspektive dort einbringen, wo wir als Bundespartei unsere politischen Positionen festlegen.
Ich habe unsere Grüne Ratsfraktion in Braunschweig als Fraktionsvorsitzende geführt und bin heute Vorsitzende unserer gemeinsamen Ratsgruppe mit Volt und Die PARTEI. Als finanzpolitische Sprecherin weiß ich, wie hart um Prioritäten gerungen werden muss. Ich organisiere Mehrheiten, bringe unterschiedliche Positionen zusammen und stehe auch bei Gegenwind für grüne Überzeugungen ein. Ich will, dass unsere Kommunen Zukunft gestalten können, statt nur Mangel zu verwalten.
Genauso wichtig ist mir die Perspektive der Beschäftigten. Als Maschinenbauingenieurin bei Volkswagen und Mitglied der IG Metall erlebe ich unmittelbar, welche Sorgen die Transformation unserer Industrie auslöst. Viele Menschen fragen sich, wie sicher ihr Arbeitsplatz ist und was die Zukunft bringt. Diese Sorgen dürfen wir nicht autokratischen, rechten Kräften überlassen, die mit Hass und Spaltung Ängste schüren. Klimaschutz und soziale Sicherheit gehören zusammen. Dafür brauchen wir gute Arbeitsplätze, starke Mitbestimmung und eine Transformation, die Beschäftigte nicht zurücklässt.
Und schließlich geht es mir um die Frage, wer überhaupt die Möglichkeit hat, Politik mitzugestalten: Noch immer sind Frauen, und insbesondere Mütter kleiner Kinder, in der Kommunalpolitik und in der Politik im Allgemeinen deutlich unterrepräsentiert. Im Wahlkampf haben mir viele gesagt: „Ich würde mich gerne engagieren, aber das ist mir zu viel.“ Ich kann das verstehen. Denn politische Strukturen orientieren sich noch immer viel zu oft an Menschen, denen zu Hause jemand den Rücken freihält. Und ja, wir Grüne haben mit Kinderbetreuung auf Parteitagen bereits viel erreicht. Aber Empowerment allein reicht nicht, wenn die restliche Struktur nicht trägt. Familienfreundliche Politik muss auch in Rathäusern, Fraktionen und Vorständen gelebt werden, denn politische Kompetenz darf nicht davon abhängig gemacht werden, wie viele Abende jemand im Rathaus verbringt.
Genau deshalb möchte ich Niedersachsen im Länderrat vertreten: Ich will, dass wir bei unseren politischen Entscheidungen konsequent fragen, was sie vor Ort bedeuten. Ob unsere Kommunen und Landkreise sie umsetzen und finanzieren können. Was sie für Beschäftigte bedeuten. Und ob wir wirklich allen Menschen ermöglichen, Politik mitzugestalten.
Ich kandidiere, weil ich Werkshalle, Ratssaal und Kinderzimmer kenne. Weil ich politische Verantwortung übernehme, unterschiedliche Interessen zusammenbringe und weiß, wie sehr politische Entscheidungen den Alltag der Menschen prägen.
Ich möchte diese Perspektiven im Länderrat vertreten, denn ich bin überzeugt: Wer in der Politik fehlt, dessen Alltag fehlt auch in den Beschlüssen.
Ich freue mich über eure Unterstützung!
Eure Leonore
- Geburtsdatum:
- 23.07.1986
- Kreisverband:
- Braunschweig
- Themen:
- Kommuales, Soziale Gerechtigkeit, Kinder und Familien, Wirtschaft und Finanzen
- E-Mail:
- leonore.koehler@gruene-braunschweig.de