| Veranstaltung: | LDK Hameln-2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8.1. Länderrat |
| Antragsteller*in: | Darinka Herrmann (KV Emden) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 30.10.2026, 20:44 |
LR8: Darinka Herrmann
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen,
ich bewerbe mich für den Länderrat, weil unserer Partei in den nächsten Jahren vor allem drei Fragen gestellt werden: Wie bewahren wir einen lebenswerten Planeten? Wie verteidigen wir eine Demokratie, die wieder zur Verhandlungssache gemacht wird? Und wie erreichen wir die Menschen, deren Alltag bislang nicht in unserer Politik vorkommt – nicht aus Ablehnung, sondern aus Distanz?
Demokratie verteidigt sich nicht selbst
Ich komme aus Sachsen. Aufgewachsen in den Neunzigern, in einer Welt, in der es normal war rechtsextrem zu sein, habe ich früh gelernt: Demokratie verteidigt sich nicht selbst. Wenn heute Menschen verächtlich gemacht und Minderheiten wieder zu Zielscheiben werden, wiederholt sich etwas, das ich erkenne – und dem ich nicht tatenlos zusehen kann. Deshalb bin ich seit Jahren in der Demokratiebewegung vor Ort aktiv, in der Zivilgesellschaft und in der Partei.
Vielfalt ist für mich dabei kein Nice-to-have, sondern Realität, die es zu schützen gilt. Als frauen- und vielfaltspolitische Sprecherin meines Kreisverbandes setze ich mich dafür ein, dass wir alle Menschen mitdenken. 2026 durfte ich Schirmherrin des CSD Emden sein – in Zeiten zunehmender Queerfeindlichkeit ist sichtbare Solidarität für mich keine Symbolik, sondern Notwendigkeit.
Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen denken
Aus derselben Haltung heraus begreife ich Natur- und Klimaschutz: bewahren, was trägt. Klimaschutz darf nicht als Verzicht erzählt werden, sondern als Sorge füreinander und für den Ort, an dem wir leben. Entscheidend ist dabei die soziale Seite: Wenn Familien sich die Bio-Ware nicht leisten können und das Zugticket zum Familienausflug fehlt – wenn denn mal ein Zug fährt –, verliert Klimaschutz nicht nur seine Gerechtigkeit, sondern auch seine politische Mehrheit. Ambitionierter Klimaschutz und soziale Infrastruktur gehören deshalb zusammen. Ein bewohnbarer Planet ist das Minimum, das wir unseren Kindern hinterlassen dürfen.
Die Realität des ländlichen Raums ernst nehmen
Ich lebe im ländlichen Ostfriesland und bin Sprecherin des Kreisverbandes Emden. Wer auf dem Land wohnt, erlebt eine andere Realität, als sie in Berliner Beschlusspapieren anklingt: Der ÖPNV ist kein Komfortthema, sondern Voraussetzung für Teilhabe – für den Arzttermin, die Schule, den Jugendtreff. Wer glaubwürdig sagen will, dass grüne Politik den Alltag verbessert, muss genau hier sichtbar werden. Nicht auf dem Papier, sondern im Fahrplan.
Was ich mitbringe
Beruflich bringe ich mit, was für ein solches Gremium vielleicht ein bisschen ungewöhnlich, aber gerade deshalb wertvoll ist: Ich bin Sozialarbeiterin und leite derzeit eine Mutter-Kind-Einrichtung und eine Großtagespflege. Zuvor war ich stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte im Nachbarlandkreis und habe im Frauenhaus, in der Behindertenhilfe sowie im Aufbau und in der Leitung einer Autismusambulanz gearbeitet. Ich kenne die soziale Infrastruktur dieses Landes vom Boden her – aus der Einrichtung, aus dem Amt, aus der Verwaltung. Ich kann mit Anträgen, Haushalten und der Koordinierung sehr unterschiedlicher Akteure umgehen. Und ich habe gelernt, dass gute Entscheidungen dort entstehen, wo man Menschen zuhört. Und zwar allen. Auch denen mit anderer Meinung.
Genau das ist für mich die Kernaufgabe des Länderrats: zwischen Landesverbänden, Fraktion und Gremien zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass die Basis nicht nur gehört, sondern verstanden wird.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir euer Vertrauen schenkt.
Eure Darinka
- Geburtsdatum:
- 26.02.1988
- Kreisverband:
- Emden
- Themen:
- Demokratie, Vielfalt, soziale Gerechtigkeit
- E-Mail:
- Darinka.herrmann@gruene-emden.de